wieder weiter

Mitte April, Ostern. Also: nach Osten! Helsinki ist für mich der Start in die drei baltischen Staaten. Bin nun wieder weiter ;-)

Voss-Myrdal-Flåm-Myrdal-Oslo

Voss-Myrdal war eine knappe std bahnfahrt, die sich als tunnelfahrt herausstellte, bei der ab u zu landschaft o ein bahnhof zu sehen war.
Myrdal-Flåm (und zwei tage später Flåm-Myrdal) war ebenfalls eine „knappstündige“ bahnfahrt. Aber welch ein unterschied!
Es wird behauptet, dass die „Flåmsbahn“ eine der schönsten Eisenbahnstrecken der Welt sei. „Sie verbindet den Bahnhof Myrdal 865m hoch oben im Gebirge an der Bahnlinie Oslo-Bergen mit dem 20 km entfernten Flåm tief unten am äußersten Zipfel des Aurlandsfjordes.

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(wo von schnee und den jährlich fast 500000 touristen kaum eine spur zu sehen war)

Die Flåmsbahn ist eine der steilsten Eisenbahnstrecken der Welt auf Normalspur. Fast 80% der Strecke liegen in einer 55‰-Steigung, was einer Steigung von 1 m auf 18 m Strecke entspricht.
Die Strecke, die durch das schmale Flåmsdalen verläuft, gilt als Meisterwerk norw Ingenieurkunst. Als die Eisenbahnverbindung zwischen Oslo u Bergen 1909 ihren Betrieb aufnahm, fehlte eine Nebenstrecke hinunter zum Sognefjord. Um den Transportweg zum Fjord zu sichern, begann man 1923 mit den Arbeiten an der Flåmsbahn. Es dauerte 20 Jahre, bis die 20 km-Strecke fertig war. 18 Tunnel wurden nur mit menschlicher Kraft aus dem Fels geschlagen, 2 wurden mit Hilfe von Maschinen gebaut. Jeder Tunnelmeter kostete die 200 Wanderarbeiter einen Monat harte Arbeit. Die steilen Felswände stellten eine enorme Herausforderung dar. Man entschied sich, Wendeltunnel (die Bahn fährt auf einer Schleife von 180 Grad höher bzw tiefer) zu bauen um die Höhenunterschiede in dem enorm steilen Gebirge besser auszugleichen. Die Lawinengefahr in Flåmsdalen war ein 2.Problem. Um die gefährlichsten Partien zu umgehen, kreuzt die Bahn dreimal während der Fahrt den Fluss und das Tal. Dabei überquert sie den Flåmselva nicht auf Brücken, sondern der Fluss wurde in Tunnel durch das Gestein unter der Eisenbahnlinie hindurchgeführt. 1940 wurde die Flåmsbahn für den Dampfbetrieb eröffnet, 1944 als eine der ersten Eisenbahnstrecken in Norwegen komplett elektrifiziert…“*

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Der blick aus meinem zimmer auf den Aurlandsfjord, einen seitenarm des weltweit längsten und gleichzeitig tiefsten fjordes (Sognefjord 204 km lang/1308 m tief).

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Zu meinem großen erstaunen entdeckte ich im glasklaren wasser langstachlige seeigel und gemeine seesterne.

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Weiter oben in den bergen fand ich diese verlassenen häuser.

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Und drei tage später war wieder winter… und es blieb so auch in Oslo**.

*werbetext! [aber wie auch immer: ich fand die hin- und rückfahrt tatsächlich beeindruckend (im tal hätte ich auch mit dem bus durch den weltweit längsten straßentunnel v 24,5 km fahren können, aber tunnel sah ich nun wirklich genug und in der bahn sitze ich deutlich bequemer).]
**Das in Wahrheit recht friedliche Oslo ist der heimliche Hauptdarsteller in zwei Büchern des studierten norw Psychologen Torkil Damhaug: in „Die Netzhaut“ (2010) ebenso wie in „Die Bärenkralle“ (2009).

winter

In der skihauptstadt Westnorwegens* (Voss) minus 12,6 bei schwachem wind aus ost (ja, mir war auch n bisschen kälter als sonst) und wohin der dicke Wettermann im tv auf der wetterkarte und ich auch schauten: Kirkenes, Tromsø, Alta, Narvik, Oslo überall -7 bis -12 und im binnenland bis -22 grad**.

1. tag
Am rande der stadt: Bordalschlucht, 5 km lang, eng, geformt in der eiszeit vor 115.000 bis 10.000 jahren, unten weiches tonschiefer, darüber hartes granit und quarzit, gletschertöpfe wie schon in Abisko und Saltdal, vereiste wasserläufe:

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2. tag
Bei Skjervik, etwa 10 km von Voss entfernt, schraubt sich die straße 3 km lang in mehreren schleifen auf über 200 m . Nach den ersten serpentinen führt eine brücke über den Skjervefossen. Oben stürzt der 1.teil des wasserfalles in mehreren läufen senkrecht ca 60 m in einen felskessel,

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wenn er nicht wie jetzt gefroren ist, unterhalb der brücke stürzt der 2. teil in einem 45°-winkel zu tale.

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1911 kaufte die gemeine gemeinde Granvin den wasserfall für 5.000 kronen (von wem? – fand ich nicht heraus). Ich bezahlte 40 für die busfahrt, zurück lief ich -da der nächste bus erst in 2 std kam- auf einem schönen seitenweg, der ehem. bahntrasse erst 4 km, nach einer kl aufwärmpause in einem möbelgeschäft***, das in der gemeinschaft einer zapfsäule am straßenrand stand, noch 2 km, dann kam eine bushaltestelle u n d ein bus.

3.tag
Wanderung hoch und höher und unterwegs ein bach, durch den ich nicht waten, sondern schlittern musste:

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Zwischen den tagen war ich mal im ort und sah dort in frdl erinnerung an Narvik und Trondheim die Dame links im bild:

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Interessant fand ich, womit alle 3 zum markt schlenderten (i c h hatte einen kl rucksack).

*ich teilte Norwegen der einfachheit halber nur in oben Nord- und unten Südnorwegen. die mitte hatte ich ausgelassen (Saltdal->Trondheim) und f a l l s ich mich zukünftig dem west-, ost und/oder mittelteil widmen sollte, werde ich es in einer entspr blog-kategorie kenntlich machen
**ist der golfstrom zum erliegen gekommen?
***da gab es doch tatsächlich
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eine nette Verkäuferin, die mir einen kaffee aus dem personalraum spendierte

berg-berge-bergen

Für die stadt-/kulturinteressierten der WE-tipp für mai-august: fr-abend bis so-vormittag; direktflug B-B, B-card in turi-info kaufen, durch bryggen(1) laufen, troldhaugen (wer e.grieg mag) besuchen(2) und/oder stabkirche in fantoft(3) suchen, rauf auf den berg „ulriken“(4) wandern, die seilbahn bis 17 uhr nur im ausnahmefall nehmen!, sich dafür nach einem museumsbesuch als entschädigung bis 23 uhr auf den berg „fløien“(5) kutschieren lassen, dort auch n bisschen herummäandern bzw spazieren gehen (nicht nur die stadt von oben sehen), am stadtsee den duft des „rhododendrariums“ genießen und abends in die oper
? :tränen wg gr schicksale vergießen o `n bier hinter die binde… ;-) **

(1)
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(1)
Bryggen ist seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe, weil es das einzige noch erhaltene ausländische hanseatische Kontor und Relikt der mittelalterlichen, nordeuropäischen, urbanen Holzbauweise ist.

(2)
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(2)
links der konzertsaal mit gr panoramafenster, durch die während eines konzertes der blick über den see und die am ufer stehende sog komponistenhütte schweifen kann / rechts der nur 1,58 m
große Edvard Grieg

(3)
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(3)
Errichtet wurde die Stabkirche in Fortun, einem Dorf am Sognefjord, wahrscheinlich im frühen 13. Jhd. Sie diente zw ihrer Erbauung u ihrem Abbruch als Gemeindekirche. 1349 – 1562 ist wg mehrerer Epidemien keine Bevölkerung in Fortun u Umgebung nachweisbar. Die Kirche geriet in Vergessenheit. Bis zur Neubesiedelung des Tals 1650 stand sie wahrscheinlich weitgehend unberührt. 1650 bis 1700 wurden mehrmals Veränderungen vorgenommen, zB ein Turm hinzugefügt, der Chor erneuert, das Kirchenschiff bemalt. Ein Gesetz von 1851, das besagte, jede Kirche muss mind 30 % der Gemeinde beherbergen, bedeutete das Aus (wie für die meisten der bis dahin erhaltenen Stabkirchen). 1879 sollte sie zugunsten eines Neubaus abgerissen werden + wg der allg Armut als Brennholz verkauft werden. Ein Bergener Konsul kaufte das Gebäude, ließ es zerlegen u errichtete es 1883 auf seinem Grundstück in Fantoft, im Süden der Stadt. Dabei wurde versucht, die Kirche in ihren mittelalterlichen Zustand zurückzuversetzen. Da das Schiff weitestgehend erhalten war u archäologische Untersuchungen weiteren Aufschluss auf die ursprüngliche Konstruktion zuließen (Giebel waren mit Drachenköpfen geschmückt / Dach war mit dreifach gebranntem Kiefernharz geteert, um den Witterungseinflüssen besser standzuhalten / die Kirche umgab ein halboffener Laubenumgang, der Schutz vor Wind + Wetter bot u als allg Treffpunkt fungierte),

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konnte das Projekt in kurzer Zeit mit sehr gr handwerklichen Sachverstand realisiert werden. Seitdem heißt die Kirche nicht mehr die Fortun-, sondern Fantoft-Stabkirche. Am 6. Juni 1992 brannte die Kirche nach einem Brandanschlag ab (1993-97: Wiederaufbau anhand alter Zeichnungen, Bauplänen vor der Rekonstruktion sowie Fotografien). Heute ist die Stabkirche als nahezu exakte Kopie der Kirche im Zustand von 1883 bis 1992 zu sehen.

(4a – der aufstieg ist ein wenig steil)
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(4b – die wegmarkierungsstangen sind nicht immer gut zu sehen)
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(4)
„Ulriken“ ist mit 643 m der höchste der sieben berge rund um das zentrum Bergens. Eine der ersten fußtouren unternahm 1853 eine gruppe Bergenser, zu der auch der Henrik Ibsen gehörte. Aus diesem anlass schrieb er das lied „Wir wandern frohgemut“, das ich aber nicht kenne. „Ulriken“ (en/ein Ulrik) ist abgeleitet vom altnorwegischen „Alrek“, was so viel wie „der Raum Einnehmende“ bedeutet. Aha.

(5a)
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(5b)
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(5)
Der hausberg „Floien“ mit 320 m bietet auch einen schönen blick über d stadt u umgebung. Die BesucherInnen erreichen ihn in 6 min für 70 NOK (knapp 9 €*) mit der fløibahn, welche Skandinaviens einzige standseilbahn ist und einen neigungswinkel von 26 grad zu bewältigen hat.

BLICK VOM STADTSEE, links n i c h t das konzerthaus, sondern ein hotel, oben der „Fløien“, ganz rechts das gr kunstmuseum, dahinter leider im dustern das konzerthaus:
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* aber ich fuhr „umsonst“, da ich im besitz der bergen-card war, deren kauf sich wirklich sehr gelohnt/rentiert hatte.
**nach dem fund einer verdächtigen tasche ist der flughafen Bergens am 23. für 2 1/2 std evakuiert worden. Der vorfall war nach angaben der polizei eine vom verteidigungsministerium organisierte übung der armee.

nur mal so

DIE SCHÖNSTEN STÄDTE NORWEGENS
… nach einer meinungsumfrage der norw tageszeitungen
(da ist doch eine deutliche steigerung meinerseits seit Kirkenes erkennbar)

1. Ålesund
2. Bergen
3. Florø
4. Trondheim

7. Tromsø

13. Oslo

18. Bodø

32. Svolvær

44. Narvik

55. Stokmarknes

61. Alta
62. Sortland

68. Honningsvåg

77. Kirkenes